Zum einen kann fast alles, was man von was außen beobachtet mitten in die Beziehung spielen bzw. die Single-Außenbeobachtung wird ersetzt durch die gegenseitige Beobachtung des Paares. Und auch das Projektionsding hört ja nicht auf, zumindest am Anfang und später wünscht man sich es zurück.
Zum anderen hört das Denken ja keineswegs auf. Und wer das tut, der singt plötzlich über den Apfelbaum. Es sei ihm ja gegönnt, aber es ist komplett unverständlich, warum das präzise Denken ein Ende haben soll. Natürlich kann man etwas genauer beschrieben, was urplötzlich all das in den Schatten stellt, was zuvor eben eher im Schatten stand. Man tendiert zu Postkartenwörtern und -bildern, dabei ist man in einem Zustand des psychischen Alarms, in dem man alles viel genauer wahrnimmt.
Es ist gleichzeitig ein Wunder und auch überhaupt kein Wunder, weil Liebe eben Arbeit ist und immer sein wird. Arbeit kann übrigens auch Liebe sein.
In jedem Fall ist es nicht so, dass alle Überlegungen plötzlich obsolet werden, wenn man sich auch endlich der blinden Sehnsucht hingeben kann, dass alles Denken aufhört und man sich inmitten der bunten, freien Assoziation auf der Wiese wieder findet, wie es Adorno mal beschrieben hat.
Ich glaube, er meinte nicht nur die Utopie des Glücks damit, sondern die der Liebe, was ja wohl auf dasselbe hinauskommt.