Im ehemaligen Rio war das phänomenologisch extrem. Man brauchte sich nur den perfekten Übersichtspunkt aussuchen (den meine besten Freundin und ich immer gefunden haben) und einfach abwarten.
Dann kamen oft ganze Riegen von sehr aufwändig gestylten Mittemädchen an einem vorbei und man konnte: Glotzen. Die Ausbeute an glotzkompatiblem Material für meine Freundin war da schon immer etwas eingeschränkter. Wir haben uns oft gefragt, für wen sich die Mädchen stundenlang zurecht stylen und auf dem legendären Rioklo sogar nochmal mit Handshampoo Haare nachdurchwaschen. Für die virulente, nerdige Prä-HotChip-Brillifraktion kann es realistisch betrachtet ja wohl kaum gewesen sein. Aber für wen dann? Oft bestehen Berliner Szenenächte aus einem sehr harten Kontrast zwischen Imagination und Wirklichkeit. Irgendwann trotten die allermeisten recht unbefriedigt nach Hause. Man stellt sich das Ganze in Hanau völlig realitätsfremd vor.
...Aber am Ende der Nacht haben alle irgendwen angeglotzt.
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