Wer
sich nachhaltig unglücklich oder dumpf glücklich machen will, was
auf dasselbe herausläuft, der wird weiter beständig versuchen, sein
Glück ausschließlich in der Bestätigung durch Andere zu suchen.
In
Großstädten wie Berlin ist diese flaue Art der Glückssuche zum
Expertentum gereift. Ganze Bars sind gefüllt von Männern und
Frauen, die nichts anderes tun, als anzupreisen, wie urban, wie
modern, wie understated, wie anti, wie post-anti, wie metrosexuell,
wie retro-sexuell sie sind - alles in der dumpfen Hoffnung auf eine
lasche Bestätigung ihres mühsam konstruierten Selbstbildes, die sie
dann nicht annehmen können, wenn sie erfolgt. Und so sieht man sie,
wie sie ihrem groß angelegten Monolog lauschen, der nie zur
Erfüllung kommen kann. Am nächsten Tag sitzen sie wieder in der Bar
und dasselbe Spiel beginnt von vorn.
Dabei
verkennen sie, was für ein stumpfer Einfall es doch ist, den
Gegenüber nur als Bande ihrer Selbstanpreisung zu verstehen. Es geht
keineswegs um Sebstverliebtheit, denn diese beharrlichen paradoxen
Glückssucher lieben sich ja nicht selbst, sie verachten sich selbst.
Sie gönnen sich selbst nur diesen hohlen semi-anerkennenden Blick
des Anderen: "Ah, ist ja interessant, was du da so machst"
oder auch "Vom Typ her bist du wirklich ein cooler Typ".
Das eigentlich Tragische an diesem Phänomen ist, dass es keine Spielverderber gibt.
Die, die lasch anerkennen, hoffen im nächsten Moment die lasch
Anerkannten zu sein. Niemand würde aufstehen und sagen: "Mit
welchem Recht gehst Du eigentlich davon aus, dass Dein Scheiß mich interessiert?".
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