Freitag, 18. Dezember 2009

Das X mit der Attraktion (1)

Attraction is a bitch!

Attraktion bzw. Attraktivität ist flüchtig und sie schafft Probleme. Du lernst eine Frau im... dreimaldarfmanraten... na klar, in mindestens 90% der Fälle NACHTLEBEN kennen und unterhältst dich mit ihr und denkst WOW, neu, anders, in Berlin schon meistens auch äußerlich attraktiv und vor allem: Es gibt ein neues Universum zu entdecken. Ergo: Das findest du aus heiterem Himmel sehr attraktiv. Doppelergo: Attraktion heißt Neugier. Wenn es für mehr als ein flüchtiges Gespräch reicht, heißt das: Bingo. Sie findet dich auch attraktiv.

Nachdem die Entscheidung gefallen ist, ob man schon in der ersten Nacht Sex hat oder erst der nächsten oder maximal übernächsten, trefft ihr euch also wieder und dann gibt es leiderleider meistens schon recht bald den Punkt, an dem einer merkt, dass er den Anderen doch nicht ganz so geil findet, wie er es zunächst angenommen hatte.

Meistens sind das ganz kleine Details, die sich summieren. Oder anders gesagt: Da schleicht sich wie in Horrorfilmen etwas ein, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hatte. Wegen des Detailreichtums ist jede Aufzählung eigentlich ein Klischee, aber wenn man denn Beispiele lesen möchte: Dass sie im Schaf schnarcht und wirres Zeug redet, findet man mindestens irritierend und wenn man ehrlich ist: unattraktiv. Dass er zum Einschlafen "Benjamin Blümchen"-Kassetten hört...hey, eher ungeil! - vor allem, weil er schon Ende 30 ist. Dass sie komische Gesichter beim Sex macht, hmm, wer auf Horrorfilme steht, findet das vielleicht sogar attraktiv...Es soll ja die ulkigsten Fetische geben.

Worauf ich hinaus will: attraction is not only a bitch but an evil love killer! Das heißt: Eigentlich ist das Erkennen eines Mangels an Attraktivität ein böser narzisstischer Gedankenakt, aber wenn man den Umkehrschluss zulässt, dann ist es auch schon der Gedankenakt "Diese Person finde ich attraktiv", der narzisstisch und böse ist, weil man eine ganze Person auf seine eigenen Gedanken "Geil, will ich entdecken, riechen, schmecken, fühlen" reduziert.

Das eigentliche Problem besteht allerdings darin, dass einer den Anderen immer geiler findet. Und dass Attraktivität im Grunde eine dumme Sache ist, die sich in dummen Dingen manifestiert wie ob sich jemand beim Anderen meldet oder nicht. Und dass man Attraktivität als Grundmotor nicht einfach ausstellen kann.

Aber dazu später mehr...


2 Kommentare:

  1. Wo bleibt das Video?

    Diesmal kann ich dem Artikel nur zustimmen. Es ist alles wahr. Vor allem das mit dem alten Trick des Sich-Rar-Machens. So kann der bisher Unterlegene blitzschnell zum Überlegenen und somit attraktiv werden.

    Daneben existiert aber noch das Phänomen des Verliebtseins, das einen plötzlich all diese unattraktiven Details ausblenden lässt. Eigentlich ein sinnvoller biologischer Prozess. Was nun aber der Auslöser dieses Zustandes ist, also warum man sich in manche Menschen verliebt, in andere aber nicht, obwohl diese objektiv betrachtet genauso attraktiv oder sogar attraktiver sind, war mir schon immer ein Rätsel. Aber wahrscheinlich ist das auch gut so und sollte besser rätselhaft bleiben.

    AntwortenLöschen
  2. Das Video wäre dieses hier gewesen: http://www.youtube.com/watch?v=AaSlq0gCH0Q

    Technische Probleme haben es zunächst verhindert.

    AntwortenLöschen